Arbeiten, Studieren und andere Überlegungen

Wie ja bereits einige mitbekommen haben, überlege ich jetzt schon eine zeitlang, doch ein Studium zu beginnen. Hm, ich hab mal meinen Überlegungen zusammengefasst und ein wenig gegliedert. Aber ehrlich, ich hab noch immer keine Antwort auf meine Entscheidung gefunden. Ich halte schon täglich Ausschau nach den kleinen Zeichen die mir den Weg zeigen sollten *ggg*. Wenn ich nach dem Zeichen von heute gehe, sagt das eindeutig: Kein Studium *g* Ich hab nämlich die Abrechnung von der Minol (Heiz-, Wasser und Kanalkosten) gekriegt. Trotz Guthaben, haben die mich hochgestuft. Ehrlich langsam geh ich nur noch dafür arbeiten, damit ich mir die Wohnung erhalten kann. Okay, wer in meinem Alter hat auch schon ne Wohnung. Ich geb ja zu, dass das ne dumme Idee und vor allem nicht gut durchdachte Überlegung war. Aber ändern kann ich es jetzt auch nicht mehr. Die Wohnung ist eigentlich einer der größten Faktoren, was meine Überlegungen über Studium oder Arbeit beeinflusst.


So, ich hab hier mal aufgeschrieben, welche Vorteile ich an nem Studium erkennen kann:
ev. bessere Jobaussichten
ev. anspruchsvollere Jobs möglich
ev. mehr Geld
ev. gleichgesinnte Freunde finden


Ja, dann kommt die negative Liste, was gegen ein Studium spricht:
Ich müsste meine Wohnung vermutlich aufgeben, da Studium und die Wohnung einfach nicht leistbar sind. Das würde bedeuten, dass ich 20 000 Euro zum Fenster rausgeworfen habe und das will ich irgendwie auch nicht tun. Weiß wer eine Lösung? Mir wurde schon eine Untervermietung vorgeschlagen, nur kenne ich niemanden im Bekannten- bzw. Verwandtenkreis der derzeit eine Wohnung auf bestimmte Zeit suchen würde. Und eine Freundin hab ich auch nicht.


Meine Eltern meinen, dass ich das nicht schaffe wie sovieles - ich glaub dass sie da sicherlich mal wieder Recht haben werden.


Ich bekomme keine Unterstützung von meinen Eltern, im Gegenteil sie wollen auch während eines Studiums (sollte ich es mir selbst finanzieren) die Ratenzahlungen für den Kredit nicht aussetzen.


Meine Eltern sind gegen das Studium. "Wofür soll eine Frau studieren? Bei einem Mann ist es richtig, da er ja mal eine Familie erhalten muss." Ich dachte echt nicht, dass meine Mutter so eine veraltete Einstellung hat (sie ist berufstätig!!), denn bisher ließ sie mir das selbst über, ob ich mich zwischen Karriere oder Familie entscheide. Wobei ich derzeit alle meine Entscheidungen auf Karriere auslege. Auch wenn sie meint, dass ich das irgendwann mal bereuen könnte, ich habe mich so entschieden.


Ich könnte nicht mehr mit meiner Freundin auf Urlaub fahren. Okay, darauf könnte ich verzichten für die Zeit des Studiums, nur will ich es mir halt auch nicht allzuviel mit einer meiner wenigen Freundinnen vertun.


In den Augen meiner anderen Freundin ist Japanologie ein sinnloses Studium, ich solle lieber ein JUS-Studium machen, wenn ich mir schon unbedingt ein Studium einbilde. Wäre ne Überlegung wert, weil es in Linz wäre - ich somit die Wohnung nicht aufgeben müsste. Nur mich interessiert JUS halt überhaupt net und in meinen Augen sollte man das studieren, was einem interessiert und was einem von Nutzen sein kann. Okay, Jus ist sicher von Nutzen, aber wenn es mich von Haus aus nicht interessiert, werde ich es auch nicht durchziehen. Ich kenne mich ja auch ein wenig selbst.


Ein Studium erfordert sicher Ausdauer. Meine Eltern bezweifeln, dass ich diese wirklich haben werde. Da ich schon sehr vieles angefangen und wieder aufgehört habe (1 Jahr Tourismusschule Bad Leonfelden [ihr liebstes Beispiel], Bastelarbeiten, die ich nie zu Ende bringe,). Ich meine, ja sie haben ja Recht, dass ich schon vieles angefangen habe und dann wieder aufgehört habe. Aber ist das ein Grund nie mehr etwas neues zu machen? Ich denke mir, wenn ich das Studium wirklich will und derzeit will ich es, nur hindern mich mehr oder weniger noch diverse wichtige Überlegungen, die vorher geklärt gehören dran, dann ziehe ich das auch durch. Es kann sein, dass ich da ein falsches Bild von mir habe und so wie sie es schon voraussehen wieder abbreche.


Ein weiterer Punkt ist mein wirklich kaum vorhandenes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Meine Mutter ist der Meinung, dass ich so nicht für ein Studium geeignet wäre. Denn sie meint, dass ich es deswegen nicht schaffe, weil ich in ihren Augen zu unsicher bin und einfach nicht geeignet für ein Studium.


Hm, ich weiß echt nicht was ich machen soll. Einerseits will ich das Studium machen, andererseits will ich aber auch meine Wohnung nicht verlieren. Meine Mutter meint, dass sich die auf der Gemeinde und beim Wohnungsausschuss auch was denken müssen, wenn ich die Wohnung nach nur einem Jahr wieder hergebe. Außerdem hab ich dann 20 000 Euro zum Fenster rausgeworfen und ehrlich, es ist sehr viel Geld, vor allem, da ich noch immer 10 000 Euro jetzt an meine Eltern zurückzahlen muss. Es kostet mich echt viel Überwindung das zuzugben, aber vielleicht war die Wohnung im vergangenen Jahr doch nicht so die richtige Entscheidung. Ich habe sie mir eingebildet, weil ich einfach weg wollte von zuhause. Und ich muss sagen, unser Verhältnis hat sich nun doch schon sehr gebessert. Früher stritten wir tagtäglich, jetzt streiten wir wirklich nur ab und zu, wenn wir halt wie beim Studium verschiedener Meinung sind. Wir kommen viel besser zur Zeit miteinander klar, machen auch viel mehr gemeinsam als vorher. Ja, mag sein, dass das daran liegt, dass ich halt in der Wohnung mir einsam vorkomme, wie meine Mutter immer sagt. Deswegen kann sie sich auch nicht vorstellen, dass ich es im Ausland wirklich aushalten würde. Mein Traum ist es ja immer schon gewesen ins Ausland zu gehen, einzig die Länder haben sich bisher immer wieder mal geändert Meine Mutter ist gegen das Studium, weil sie sagt, dass ich immer nur forder und fordere. Ich kenne keinen Boden mehr, irgendwann muss Schluss sein. Sie haben es mir ja schon in der HBLA gesagt, dass sie mir kein Studium finanzieren "Jetzt ist mal Schluss! Geh dein eigenes Geld verdienen, mit dem kannst du dann machen was du willst" Sie meint auch, wenn ich eine Herausforderung suche, dann soll ich mir doch endlich einen Partner suchen und endlich mal auf andere Gedanken (sprich Familie, Partnerschaft, usw.) kommen. Ich bin in ihren Augen ein Egoist. Sie will nicht einsehen, dass ich auch ohne Partner gut lebe, mir nichts fehlt. Das versteht auch meine Freundin nicht. Der Unterschied ist halt, ich weiß mit mir auch etwas anzufangen, wenn ich alleine bin. Meine Mutter dreht fast durch, wenn mein Vater ständig zur Feuerwehr rauf geht. Meine Freundin ist da die gleiche, die kann nicht schlafen, wenn er bei der Nachtschicht ist. Sie weiß nicht, was sie tun soll während er bei der Feuerwehr ist. Und mich stört das alleine sein nicht soviel. Okay, in ihren Augen ist es ein Zeichen von Einsamkeit, weil ich mit ihnen einkaufen fahre oder mit ihnen Ausflüge mache. Ich werde ja wohl kaum Nein sagen, wenn sie mich fragen, oder? Außerdem beschwert sie sich doch immer, dass ich nur in der Wohnung und vorm Internet sitze. Ich hab halt kaum Freunde und meine beiden Freundinnen die ich habe, die haben auch selten Zeit. Die eine wohnt in Linz, die andere zwar hier in Wolfern, aber die hat nen Freund. Ich bin leider vielen zu gescheidt, weil ich mich für sovieles interessiere. Aber ich kann es halt leider auch nicht abstellen, dass ich mich für soviel interessiere. Ich hab während der Schulzeit kaum was lernen müssen zuhause, weil mich der Unterricht interessiert hat und ich aufgepasst habe. Die anderen haben nicht aufgepasst, weil es sie nicht interessierte, die haben dann zuhause gelernt und oft schlechte Noten geschrieben. Dann hieß es immer, ich sei eine Streberin. Ist man wirklich ein Streber, wenn man nichts tut zuhause? Ich hab auch für die Matura kaum gelernt. Natürlich, wenn ich was gelernt hätte, wäre das Zeugnis besser ausgefallen. Doch bisher hat das Matura Zeugnis niemanden interessiert, einzig ob ich die Matura geschafft habe oder nicht, nicht mal ob mit einem Erfolg (guter oder ausgezeichneter). Ich denke mir so, für den Job, den ich jetzt mache, da hätte ich mich keine 5 Jahre in die Schule setzen müssen, zumal ich ja mit 14 bzw. 15 nicht wirklich die Matura machen wollte. Damals wollte ich nach Kleinraming in die Fachschule, etwas kreatives machen. Aber das erlaubten mir meine Eltern nicht, da jeder (inkl. Lehrer und Verwandschaft) mir erklärte, dort sei ich unterfordert. Naja, inzwischen bin ich ganz froh, dass meine Eltern drauf bestanden haben, dass ich die Matura mache, auch wenn ich bis zum Schluss sauer auf sie war. Im Endeffekt weiß ich nie was ich werden will. Ich träume immer nur davon, einmal ins Ausland zu gehen und halt von einem Studium. Aber was soll´s. Von der Mama ihrer Tante die Tochter hat schon sovieles gemacht und probiert. Die ist jetzt 26 und hat endlich gefunden, was sie werden will. Die ist nach der Matura zwei Saisonen nach Lech gegangen, die wollten sie dort fix übernehmen, doch sie wollte dann nicht mehr. Dann hat sie ein College in England gemacht (keine Ahnung mehr, was das war). Anschließend hat sie dann die Pedak angefange. Nach dem ersten Praktikum hat sie festgestellt, dass sie nicht die Geduld für kleine Kinder hat. Also hat sie die Pedak abgebrochen und anschließend die Krankenschwestern-Schule begonnen. Die wird sie demnächst mit sehr guten Noten abschließen. Sie hat hier immer den anderen Mitschülerinnen geholfen beim lernen und so, jetzt wird sie dann Lehrerin an der Krankenschwestern-Schule oder sowas. Die war sogar beim Berufspsychologen. Den wollte mir meine Mutter auch einreden, doch den kriegt man beim AMS nur, wenn man arbeitslos ist. Eine Berufsberatung könnte man machen. Nur diese Berufsberatung hab ich mit 14 schon gemacht, damals kam raus ich sollte entweder was mit Holz machen oder Krankenschwester werden. Ehrlich ich will weder was mit Holz arbeiten (Tischler stand als Vorschlag), noch kann ich Krankenschwester werden. Ich kann zwar mein eigenes Blut sehen, aber das anderer nicht, genauso wenig könnte ich mir es vorstellen in einem Krankenhaus zu arbeiten. Hm, mein Problem ist einfach, dass ich besser sein will. Ich will besser sein als meine Eltern, ich will mal was erreicht haben und zurückschauen können, was ich alles erreicht habe. Ich bin nicht der Mensch, der wie meine Mutter 25 Jahre lang in der gleichen Arbeitsstelle arbeitet (im Büro der Anstaltsapotheke im Krankenhaus) und sich im Endeffekt ständig über das schlechte Arbeitsklima und die viele Arbeit aufregt. Sie jammert oft und häufig, aber wenn ich ihr sage, ja dann ändere es doch, so wie du es mir vorschlägst - erklärt sie mir, es ist ja eh nicht so schlimm und sie wird nicht jetzt etwas mehr als 10 Jahre vor der Pension noch den Job wechseln. Mein Vater war 23 Jahre lang als Tischler in einer Firma (er hat Tischler gelernt, aber nur den Gesellen, keinen Meister gemacht). Dann sperrte die Firma zu, weil kein Nachfolger da war - nun ist er Metallbieger (also Hilfskraft) in einer Elektrotechnikfirma. Verdient dadurch, dass er nun Hilfskraft ist, viel weniger und jammert noch mehr, dass sie so wenig Geld hätten. Dabei haben sie wirklich genügend Geld, sie können sich alles leisten, inkl. Urlaub, usw. Aber er ist der Meinung man muss immer sparen. Er will ja gar nicht auf Urlaub fahren/fliegen, weil man das Geld ja sparen könnte. Ich bin eben das genaue Gegenteil von ihm, da ich mir denke - ich lebe jetzt, mitnehmen kann ich das Geld ja sowieso nicht, wenn ich mal tot in und den Sarg damit austapezieren - wäre schade um die vielen Erfahrungen, die man dadurch auslässt.


So, jetzt hab ich aber genug über mich und meine Probleme gejammert und mich ausgelassen.


Wenn wer ne Lösung für mein Studien-Problem weiß - bitte melden !!!


Ich weiß aber eh selbst auch, dass die beste Lösung die wäre, wenn ich ein Studium vergessen würde und einfach so weitermachen würde wie bisher.


lg Betty

29.6.07 14:38

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